Wednesday, May 30, 2007

Chamba-Valley

Ich war die letzten Tage im Chamba-Tal und hab mich ein bisschen in der Wildnis herumgetrieben. War mit einem Englaender, einer Tuerkin und einem Inder - den wohl einzigen Auslaendern im ganzen Tal - in einem Naturschutzgebiet, in dem noch wilde Baeren leben. Nachdem man uns versichert hatte, dass Schwarzbaeren nie Menschen attakieren, sind wir zu einem 8h-Trek aufgebrochen und haben uns auf dem Weg Richtung Gipfel vorangekaempft. Wir haben allerlei Affen gesehen, sogar richtig grosse, nicht nur die kleinen, die man hier in jedem Dorf sitzen sieht. Ausserdem haben wir vor einem Bueffel fluechten muessen, der seine Herde verteidigen wollte - soll heissen, wir haben alle die Boeschung hinabspringen muessen. Baeren haben wir jedoch keine gesehen - vielleicht aber auch gut so! Denn als wir gegen Abend wieder in das Dorf gekommen sind, haben die Leute die Haende ueber dem Kopf zusammen geschlagen und konnten es nicht fassen, dass wir den ganzen Tag allein im Wald herumgelaufen sind. Die Baeren sind doch nicht so ungefaehrlich und ausserdem hat es anscheinend auch Leoparden. Naja, wem man glauben soll ist uns nicht klar geworden. Auf jeden Fall haben wir keinen Baeren gesehen - sind aber auch nicht gefressen worden. Keine echte win-win-Situation, denn der Baer ist wahrscheinlich hungrig eingeschlafen...

Friday, May 25, 2007

Mcleod Ganj

Ich konnte mich loseisen und hab das Tal gewechselt. Damit ist der Beweis erbracht, dass nicht jeder zwangslaeufig in Indien haengen bleiben muss - aber abwarten was noch kommt. Habe Vasisht sehr genossen und hatte eine wirklich entspannte Zeit, moechte jedoch noch einiges sehen bevor ich mich in der Bib vergraben muss...

Bin vorgestern morgens in Mcleod Ganj angekommen und hab` in der Nacht gedacht ich brech` mich das Genick. Wer mich kennt weiss, dass ich immer und ueberall schlafen kann - auch in einem Bus der ueber Schlagloecher jagt. Wenn man aber dann nur immer wieder unsanft aufwacht, weil der Kopf an die Decke schlaegt, kann man nicht von einer uebermaessig erholsamen Nacht sprechen. Aber wenn der Bus ankommt, dann darf man nicht klagen - das hab ich hier gelernt!

Mcleod Ganj ist der Sitz der tibetanischen Exilregierung und damit auch der Wohnort des Lalai Lama. Das Dorf ist wenig indisch, es ist fast schon eine tibetanische Enklave. Es hat unzaehlige Moenche, die in verschiedenen Kloestern leben, aber auch jede Menge "normale" Fluechtlinge aus Tibet. Die Anlagen sind beeindruckend und das Museum ist sehr beweged. Auch wenn man die Geschichte des tibetanischen Volkes kennt, muss man mit den Traenen kaempfen. Ein sehr bewegender Ort! Zumal ich heute morgen frueh aufgestanden bin und an einer Zeremonie mit dem Dalai Lama teilgenommen habe - fuer viele Menschen in Tibet ein Lebenstraum.

Ein grosser Spass war es, als ich zu einem Wasserfall gewandert bin und dort Moenche gebadet haben. Die hatten unter Ihren Gewaendern die Adidas-Shorts an und haben sich aufgefuehrt wie kleine Kinder. Zu witzig, sie haben sich gegeseitig reingeworfen und andere Moenche (die auch nicht schwimmen konnten) ins tiefe Wasser gedrueckt. Sehr spassig zum Zuschauen!

Landschaftlich ist die Gegend eh der Hammer. Das Dorf liegt auf ca 1700m und hat ein angenehmes Klima. Tagsueber knappe 30 Grad und Sonne, nachts angenehm kalt, die Haenge sind fruchtbar gruen (natuerlich mit Affen in den Baeumen) und dahinter tronen die gewaltigen Berge des Himalaya. Hab schon ein paar Wanderungen unternommen und Kloester und Bergdoerfer besichtig. Mal wieder ein sehr schoener Fleck Erde hier!

(Tourist und ich am Wasserfall)



Monday, May 21, 2007

Vashisht

Ich bin wieder 10h weitergereist und gerade in einem Dorf bei Manali. Hatte einen heissen Ritt ueber Pisten mit Schlagloechern, wobei ich am Anfang nicht sicher war, ob ich vielleicht doch lieber eine Brechtuete (die es gratis am Busbahnhof gab) mitnehmen haette sollen. Mit halsbrecherischem Tempo jagte der Bus durch die Berge und ueberholte einfach auf gut Glueck. Ich bin aber gut angekommen und hab einen 4km-Marsch in das Dorf Vashisht angetreten. War etwas fertig als ich oben angekommen bin und hab mir die erstbeste Unterkunft andrehen lassen. Sah nicht so schlecht aus und kostete nur 100Rs (ca. 1,80Euro) pro Nacht. Leider hat sich spaeter herausgestellt, dass das Bett keine Matratze hatte, sondern nur ein Brett mit einem Tuch darauf und die heisse Dusche nur ein Eimer mit kaltem Wasser war... Ich hab die Unterkunft gewechselt und wohne jetzt mit traumhaftem Blick ins Tal, mit Matratze und warmem Wasser fuer 100Rs.

Warum so viele Menschen in Indien "haengenbleiben" hab ich hier zu verstehen gelernt. Man geniesst einfach in einem Dorf mitten zwischen Kuhstaellen und kostenlosen heissen Quellen auf dem Dorfplatz ein entspanntes Leben. Die Kioske sind so gut ausgestattet, dass es an fast nichts fehlt und viel Geld muss man fuer nichts ausgeben. Basti und Lilli sind schon ueber eine Woche hier und haben schon ein eigenes Haus mit einer prima internationalen "Ersatzfamilie". Ringsherum ist das hoechste Gebirge der Welt, im Tal fliesst ein reissender Strom und in der Sonne hat es angenehme 23 Grad... Hier kann man`s aushalten!

Wednesday, May 16, 2007

Shimla

...bin einige km weitergereist. Hab einen 18h-Nachtbus (inklusive Reifenwechsel auf einer Muellhalde, nachdem das Ding auf der Autobahn explodiert ist) nach Dehli genommen und mir von dort aus ein Ticket nach Shimla gekauft. Hat leider fast den ganzen Tag gedauert, da ich kein "Tourist", sondern ein "Student und Tourist" bin. Die Konsequenz ist, dass man sein Ticket nicht - wie alle Auslaender - in einem klimatisierten Raum mit englisch-sprechendem Personal innerhalb von 10min kaufen kann, sondern stundenlang in der Hitze anstehen muss. Ich weiss nicht wie berufstaetige (die vielleicht keine 5h an einem Montag uebrig haben) eine Reise machen koennen. Als ich dann tatsaechlich dran war, war der Zug natuerlich voll (waren ja 5h x 6 x 10min in denen andere Touristen Tickets kaufen konnten) und ich bin auf der Warteliste gelandet. Musste dann um 4h morgens zum Bahnhof, nochmal anstehen und bin dann tatsaechlich mitgenommen worden. Nochmal 12h bis nach Shilma, wobei der Tag super war. Total nette Leute in einem witzigen Abteil und herrliche Landschaft!

Shimla war heute erstmal ein kleiner Schock! Aber kein kultureller, sondern ein klimatischer! Ich bin u.a. in den Norden gefahren, um der drueckenden Hitze zu entfliehen. Man hat mit angenehme 25 Grad versprochen. Was hab ich bekommen? Unwetter und geschatzte 10 Grad! Ich war heute morgen – unglaublicher Weise – mit langer Hose, Stiefeln und Winterjacke draussen. Haette ich eine Muetze gehabt, haette ich sie aufgesetzt! Vor ca. 20h war ich noch nassgeschwitzt!


Innerhalb von wenigen Minuten war der Himmel schwarz und der Tag wurde zur Nacht (das ist keine Redewendung, sondern ernst gemeint!). Man konnte keine 30m mehr weit sehen und die Leute haben Taschenlampen benutzt. Ist ist einfach richtig dunkel geworden, um 11h morgens! Ich hab mich gerade noch rechtzeitig in Sicherheit bringen koennen, bevor das Gewitter ohrenbeteubend losbracht. Warum es so laut war ist klar, wir sassen ja nicht unter, sondern in der Wolke! Abgefahren!


Shimla ist eine Kleinstadt in 2100m Hoehe und auf einem Gipfel gebaut. Die Stadtmitte ist auf dem Bergruecken, den Rest musste an den Hang geklatscht warden. Die Stadt ist sehr touristisch, aber eben fuer indische Touristen gemacht (der Backpacker an sich kauft wohl eher selten beim Juwelier ein). Daniel, mein Zimmernachbar hat es heute das "St. Moritz Indiens" genannt. Passt ganz gut. Jeder der es sich leisten kann, kommt her und zeigt auch gerne, dass er es sich leisten kann!


Man sollte sein Hab und Gut hier aber gut festzuhalten, da es sonst schnell weg sein koennte. Shimla hat eine besondere Art der Kriminalitaet (die Polizei fuehrt anscheinend eine eigene Akte): es sind Affe, die die Stadt terrorisieren! Essen offen im Zimmer liegen lassen - ein no-go! Fenster immer schliessen und am besten einen Stock bei sich haben. Es winmmelt nur so von Affen mit Jungtieren! Witzig!


Saturday, May 12, 2007

Udaipur

Bin inzwischen in Udaipur und hab bei meiner Busfahrt ueber Nacht die indische Liebe zur Diskussion kennengelernt. Hab mit Lukesh, einem Studenten aus Gujarat, wild ueber indische und deutsche Politik debatiert - er in einer Lautstaerke, dass selbst nachts um 2:30 noch keiner im Bus Schlaf gefunden hatte...
Udaipur ist eine Oase der Ruhe. Man sitzt auf seiner Dachterasse am See und macht einfach nur Urlaub. Herrlich frische Luft, bisschen Wind - und Elefanten vor der Tuere. Nice! 43 Gard hat es dennoch - aber ich gewoehne mich langsam dran...

Wednesday, May 9, 2007

Ahmedabad

Ich bin inzwischen schon 1.000km weiter – leider nicht ganz freiwillig. Ich hab eine falsche Info bekommen und mich am Montag von offizieller Stelle (Fragen, Formular, Fragen, Formular) in Kolkatta persoenlich davon ueberzeugen lassen duerfen (“otherwise big trouble”). Soll heissen, mein Visum erfordert eine Registration innerhalb von 14 Tagen – und das in Ahmedabad ("personally"). Also hab ich mir einen Flieger genommen und bin nach Richtung Gujarat geflogen. War wirklich guenstig und ich war sehr positive ueberrascht! Entgegen allen Befuerchtungen (SZ-Artikel), lief alles glatt! Ich bin noch nie mit derartiger Geschwindigkeit zum Rollfeld gerast, hatte noch nie ein so kaltes Flugzeug und ein so scharfes Essen. Haben auch den direkten Weg genommen und sind mit nur 40min Verspaetung gelandet. War ok, bin gut angekommen!

Zuvor hatte ich in Kolkatta noch einen kleinen Vorgeschmack auf den Monsun bekommen. Es hat geregnet - und wie (ja, ich kenne die Regenzeit eigentlich in den Tropen)! Als ich zum Fruehstuecken gegangen bin musste man noch ueber Pfuetzen springen. Nach dem Essen stand das Wasser knietief. Leider ist Wasser hier der falsche Begriff, es ist einfach ein Euphmismus, den man versucht sich selber vorzugauckeln, damit man bereit ist, die Hosen hochzuziehen und sein Hab und Gut durch das braune Meer zu traegen! Land unter, unglaublich!

Ahmedabad ist deutlich kleiner und es gibt keine Touristen. Gar keine! Dafuer hat es hier umso mehr Tiere: viele Kuehe (auch geschmueckte), Pferde, ohne Ende Hunde und auch ein Kamel hab ich schon gesehen. Landleben ist leider aber dennoch nicht angesagt, die 4Mio, die hier wohnen hauen ganz schoen Dreck in die Luft. Abends will man einfach nur noch die Lunge zum Lueften aufhaegen!


Sunday, May 6, 2007

Kolkatta

Heute hab ich ein bisschen Sightseeing gemacht und mich durch die Hitze gekaempft. Witzig war zum Beispiel der Nachrichten-Dreh in den ich hineingestolpert bin oder auch ein "Rudel" Ziegen mitten in einer 13Mio-Metropole. An der Park Street hab ich dann neben Cricket-Spielern aber auch noch Kuehe und Pferde gefunden. Eine bunte Mischung, die man in der Stadt vorfinden kann. Hier ein paar Bilder!

Saturday, May 5, 2007

Angekommen!

Gerade sass ich noch in Muenchen am Flughafen und schon bin ich mitten in Kolkatta, Indien!

Schon beim check-in hat Emirates deutlich Flagge gezeigt und ihren Kunden direkt mal den roten Teppuch ausgerollt. Das Level konnten sie dann auch in der Luft locker halten - der Service war der Hammer!

Hatte in Dubai 2h Aufenthalt und hab mich in Luxus pur herumgetrieben. Ich konnte mich gerade noch bremsen den Porsche, der in der Halle stand, nicht zu duty-free Konditionen zu kaufen. Alles neu, alles aus Gold - mir war schnell klar, dass in Kolkatta weder alles Gold ist was glaenzt, noch ueberhaupt viel glaenzen wird.

In Indien gelandet hat mich dann das Klima fast aus den Latschen gehauen. Man kommt aus dem Flugzeug und laeuft gegen eine Wand. Ich bin mir nicht sicher, ob ich Hitze schon einmal so extrem erlebt habe. Meine erste Busfahrt hab ich dann - sehr indisch - auf der Stufe am Ausgang durchlebt. Dachte die Leute koennten vielleicht noch was aufrutschen, haben sie aber nicht gemacht. Und dem Busfahrer war das auch egal, die Tuere blieb offen und ich konnte mich an eine Stange klammern.

Vom Flughafen in die Stadt bin ich mit drei schweizer Medizinstudentinnen gefahren. Die machen ihr AIP in Kolkatta im Krankenhaus und wurden abgeholt. Die erste Inderin, die ich kennengelernt habe war schon Klischee pur: klein, Sari, Punkt auf der Stirn und witziges Indisch-Englisch. Und nicht zu vergessen, total nett! In Lateinamerika wuerde man sie “Mamasita” bezeichnen, das Hindi-Wort dafuer kenne ich noch nicht.

Der Verkehr ist rabiat. Ein Auto hat immer Vorfahrt, egal vor wem (vielleicht von einem noch groesseren Auto mal abgesehen). Man muss einfach immer rechtzeitig weg sein, sonst erwischt es einen. So geschehen mit dem Motoradfahrer, der hinter uns fuhr. Scharf gebremst und er ist uns in den Kofferaum gefahren – hat aber unseren Fahrer nicht sehr interessiert.

Netterweise bin ich dann kostenlos sogar bis vor die “Hotel”-Tuere gefahren worden, super Service! Das Hotel konnte leider den Erwartungen nicht standhalten – es krabbelt ueberall ein kleinwenig. Vielleicht ist das Indian-Style und ich muss mich noch ein bisschen daran gewoehnen.

Bin aber doch sehr positiv ueberascht. Ein "Scheisshaufen Gottes" wie ein deutschen Nobelpreistraeger Kolkatta einst nannte, hab ich nicht vorgefunden. Vieles ist dreckig, der Verkehr sehr impovisiert und die Armut ist erdrueckend. Dennoch scheint die Stadt zu leben und nicht (gaenzlich) im Chaos zu versinken. Ich bin gespannt, was noch kommt...

blog?

Ich hab mich diesmal dazu entschieden einen blog zu schreiben und es bleibt Euch somit selbst ueberlassen, wann Ihr meine Reise-News lest - oder auch ob ueberhaupt. Ich weiss, dass jeder mail-provider auch einen delete-Knoepfchen im Programm hat, so aber wird das Postfach nicht zu schnell voll. Viel Spass mit meinen verbalen Erguessen...