Monday, September 3, 2007

Delhi

Ja, da bin ich wieder in Delhi angekommen. Gleiches Hotel, gleiches Internetcafe, nur drei Monate spaeter. 45 Grad hat es nicht mehr, der Schweiss rinnt dennoch ueber das Gesicht. Neu ist auch, dass es immer mal wieder regnet. Ein Genuss wenn man dann den ganzen Tag durch knoecheltiefen Schlamm waten muss. Knoecheltiefer Schlamm heisst aber nicht so weil man bis zu den Knoecheln dreckig wird, sondern weil man tiefer als die Knoechel darin versinkt. Dreckig wird man von Kopf bis Fuss, aus einer Mischung aus Strassenstaub, Essensresten und Exkrementen. Und wer jetzt denkt, dass ich mit Indien nun durch bin liegt falsch. Umso naeher der Abflug rueckt, umso nostalgischer wird man. Ich kann sagen mit einem lachenden und einem weinenenden Auge zu gehen. Man erwischt sich dabei nochmal bewusst das Chaos zu geniessen und den ach so geliebten Abgasqualm der Busse tief einzuatmen. Vermutlich muss ich in Deutschland das Rauchen anfangen, sonst felht so liebgewonnener Teil meines Alltags.
In Indien reisen und studieren war ein Highlight. In vielerlei Hinsicht. Bunt vs. Grau, Chaos vs. Ordnung, Arm vs. Reich, offene Lebensfreude vs. distanziertes Geniessen, die Liste koennte man beliebig fortsetzen. Eines ist klar geworden: Indien ist anders. Anders als man es sich vorstellt und anders als man es vielleicht in Erinnerung hat.Unterschiede innerhalb des Landes sind immens und der Wanel rasant. Der Rikschawalla checkt mit dem Handy die Route, der Kamelwalla dreht ohne in der Wueste am Rad. Auf jeden Fall ist es ein Land im Aufbruch, wohin es genau aufbricht ist noch nicht klar - klar ist aber, dass es schnell gehen wird. TII - This is India, Incredible India!

Tuesday, August 28, 2007

Jodpur

In den vergangenen Monaten am IIMA hab' ich doch glatt vergessen, wie Indien wirklich ist. Nicht, dass einem nicht bewusst gewesen waere, dass man in einer kleinen Kristallkugel lebt, aber das Reisen hat einen doch recht harsch in die Wirklichkeit zurueckgeholt. Stille, Natur? In Jodpur, der blauen Stadt, muss man da lange fuer suchen - dafuer ist es sehr repraesentativ fuer Reisen in Indien. Eine herrlich bunte Stadt, ueberall Musik in den Strassen, Kuehe, Hunde, Tempel - und (fast) gratis dazu bekommt man in Jodpur noch ein gigantisches Fort zu sehen. Auf einem 125 Meter hohen Felsen in der Altstadt tront das Meherangarh Fort der Singh Rathores. Ueber 500 Jahre hat es kein Eindringling geschafft die Festung einzunehmen. Wenn man die Anlage besichtigt, weiss man schnell warum. Auesserst beeindruckend!
Nach der vollen Ladung Lebensfreude, Farben, Musik aber auch Armut, Dreck und Laerm geht meine Reise nach Ahmedabad zurueck und anschliessend nochmals nach Delhi. Die letzte Woche in Indien laeuft schon...

Jaisalmer

Auf dem Ruecken der Pferde soll alles Glueck der Erde liegen? Na da kann ich nur waermstens eine Kamelsafari empfehlen. Bin mit Basti ueber Nacht nach Jaisalmer in die Thar Wueste gezogen. Neben der Besichtigung des Fort haben wir uns doch tatsaechlich auf Kamele getraut. Und das nicht nur fuer einen Spaziergang - wir haben uns schon zweit Tage lang den Hintern wund gesessen. Mit grossem Respekt gestartet (die Dinger sind einfach riesig) hatten wir aber eine super Tour. Kamele sind unglaublich gutmuetig und strahlen eine beneidenswerte Ruhe aus. Uebernachtet wurde dann in den Sandduenen unter freiem Himmel, in der Wueste... der Hammer! Sternenhimmel und Sonnenaufgang: wahnsinn! Wahnsinnig fanden aber nicht nur wir die Wueste, sondern die Wueste auch uns. Und zwar in Form von riesigen Kaefern und Wuestenhunden, die uns fuer unwiderstehlich hielten.

Wednesday, August 22, 2007

Die letzten Tage am IIMA

...das waren die letzten Tage am IIMA, alle Klausuren sind geschrieben. Da die Ferien nur 10 Tage lang sind, ist jeder direkt in Richtung Heimat, viele aber auch in's Auslandssemester losgezogen. Abschied musste gestern gefeiert werden, hoffentlich hat die Klausur-Perfomance nicht darunter gelitten. Mein Indienaufenthalt ist noch nicht ganz vorbei, aber das Ende ist sehr greifbar. Ich hatte eine super Zeit hier am IIMA und hab trotz der vielen Arbeit (fast) jede einzelne Minute genossen. Der Unterschied zu einer europaeischen B-School ist viel geringer als man vielleicht denken koennte, aber in der Arbeitsweise unterschieden wir uns doch fundamental. Fuer Reisen war gar keine, fuer Party und Abhaengen war nur wenig Zeit, aber dennoch hatte ich viel Spass. Arbeit und Freizeit gehen am IIMA immer Hand in Hand und werden gerne gemischt. Viele meiner group meetings waren einfach ein riesen Spass. Wenn der Spass dann zu gross wurde, hat der output auch schon mal gelitten - aber es ist Jahr Nr. 2 fuer die Leute, sie versuchen sich keinen mehr rauszureissen. Super Jungs und Maedels hier, viel Arbeit und eine Menge Fun... Jetzt geht's noch fuer eine Woche nach Rajastan und dann in Richtung Delhi! Namaste IIMA!

Wednesday, August 15, 2007

60 Jahre Unabhaenigkeit

Projektarbeit? Klausurvorbereitung? Egal, die deutsche Delegation hat sich mal einen Nachmittag frei genommen und ist getuermt. Endlich wieder Indien live, mit viel Dreck, unglaublich netten Leuten und richigem Laerm (also nicht nur das Geschreihe in den Dorms). Wir waren bei einem im Boden eingelassenen Wasserspeicher und sind dann noch in einem Tempel vorbei. Heute ist indischer Unabhaengigkeitestag und wir sind reich beschenkt worden. Punkt auf der Stirn, Stofftuch, Suessigkeiten und Blumen gab es fuer die Auslaender - ich bin heute dann restlichen Tag mir einer angepinnten, indischen Flagge am Shirt unterwegs gewesen. Hab mich selten so indisch gefuehlt...

Thursday, August 9, 2007

Monsun

Waehrend im Nordosten Indiens der Monsun wuetet und Millionen Menschen obdachlos gemacht hat, ist Ahmedabad bisher verschont geblieben. Der Monsun war hier dieses Jahr anscheinend besonders moderat. Die meiste Zeit haben wir gutes Wetter und ab und zu regnet es mal. Dann aber richtig stark und Teile des Campus' stehe auch schon mal unter Wasser...

Monday, August 6, 2007

Weniger ist mehr...

...getreu dem Motto habe ich meinen minimalistischen "Haarschnitt" auf dem Campus promoted - mit Erfolg! Inder sind wohl die eitelsten Menschen auf diesem Planet (also ich meine die Maenner) und eine akkurate Einheitsfrisur ist ein absolutes Muss. Umso erstaunlicher, dass es doch 2-3 Leute auf dem Campus gibt, die abgewichen sind und die Haare laenger tragen. Richtig gewagt ist es aber erst geworden, als der Deutsche mit geschorenen Haupthaar aufgetaucht ist und neue modische Akzente gesetzt hat. Inzwischen gibt es doch tatsaechlich mehrere Studenten auf dem Campus, die ihre Haare abrasiert haben. Soll aber natuerlich nicht von Dauer sein - aber mein Respekt haben sie dennoch!

Friday, August 3, 2007

T-Night

...wow, die IIM'ler sind wirklich der Hammer! Nicht nur dass Sie arbeiten koennen wie die Tiere, effizient sind bis zum geht-nicht-mehr und von Intelligenz ganz zu schweigen - Sie koennen auch unglaublich hart Party machen! Diese Woche ist T-Night, eine viertaegige Veranstaltung bei der die Fachas (die Erstsemester) Vorfuehrungen darbieten muessen, um den versammelten Campus zu bespassen. Die Jungs und Maedels haben 6 Klausuren in 3 Tagen geschrieben und hatten danach 24 Zeit die Veranstaltungen zu organisieren. Gesang, Tanz und Theater... Respekt! Man kann sich das bisschen wie Koelner Karneval vorstellen, nur ohne Alkohol - aber mit Verkleiden und was sonst noch dazu gehoert. Absolut verueckte Veranstaltung mit unglaublichem Aufwand!! Wahnsinn!

Wednesday, July 25, 2007

Clean for the next...

Da ich momentan keine lustigen Zeremonien oder gesichtete Tiger im Angebot habe, teile ich einfach ein bisschen Alltag. Es kommt wohl nicht von ungefaehr, dass unsere Dorm besonders saubere sanitaere Einrichtungen geniesst!


Ich hab noch ein Bild vom "toilet seat" und dem "flush" gemacht!


Monday, July 9, 2007

Tipu

Vergangene Nacht war der letzte Teil der Inaugurations-Riten. Ich bin jetzt ein vollwertiges Mitglied des IIMA Dorm 10 - auf Lebenszeit. Zusammen mit allen PGP I'lern, also sozusagen den Erstis, ist mir gestern mein neuer Name verpasst worden.

Ueber die Rituale und den Ablauf darf ich nichts erzaehlen, das muss fuer immer ein Geheimnis des IIMA rDX bleiben. Wie man sich aber denken kann, bekommt man den Namen nicht geschenkt, sondern muss ihn sich hart erwerben. Es ist ein langes Prozetere, das von den PGP II'lern durchgefuehrt wird und aus allerlei Erniedrigung besteht. Was aber doch erstaunlich ist, dass die ganze Sache dennoch nicht total hirnlos wirkt. Es sind alte Traditionen die von Jahrgang zu Jahrgang weitergegeben werden.

Man durchlaeuft ein mehrstuendiges Programm und bekommt seinen Namen dann auf Basis der eigenen Performance (falls man das so nennen kann). Wer sich weigert (keiner traut sich!) oder schlecht ist bekommt einen ueblen Namen, wer tapfer und kreativ ist bekommt einen besseren. Das interessante an der Sache ist, dass das nicht nur eine alberne Campus-Sache ist, sondern der Name bleibt den Leute ihr Leben lang. IIMA-Absolventen werden i.d.R. nur noch mit ihrem Dorm-Name gerufen. Sogar in der indischen Presse werden einige CEOs nur mit ihrem IIM-Dorm-Name betitelt. Die Sache ist also wirklich sehr wichtig fuer die Jungs hier.

Wir haben teils sehr gute und teils sehr ueble Namen erhalten. Natuerlich werden die wahren Geschichten hinter den Namen nie verraten, aber die Implikationen sind manchmal offensichtlicher und manchmal weniger eindeutig. Ich hab' wirklich einen super Namen bekommen und die Sache sehr gut ueberstanden.

Tipu Sultan war ein maechtiger indischer Koenig im 18. Jhd. der unter dem Namen "Tiger of Mysore" bekannt war. Er galt als Freiheitskaempfer, der sich gegen die Britsche Kolonialherrrschaft wehrte und stark mit den Idealen der franzoesischen Revolution sympathisierte. Das ist natuerlich nur die offizielle Version, aber die liest sich recht gut wie ich finde ich...

Tipu



Monday, July 2, 2007

rDX

rDX - das ist der Name meines Dorms. Nettes Sprengstoff-Wortspiel, aber auch einfach die Abkuerzung fuer Dorm No 10. Die Rivalitaet zwischen den Dorms sind unglaublich. Man trifft sich gerne mal nachts um 4:30 um in ein "verfeindeten" Dorm einzudringen und einen shout-out zu starten. Was bedeutet, dass man seinen Dorm-Spruch so laut herumbruellt, dass alle aufwachen (das zumindest ist das Ziel). Falls die Aktion misslingt, geht man einfach ins Bett, falls sie erfolgreich ist, startet das andere Dorm eine grosse Gegenoffensive - verbal, aber vor allem mit Wassern und dem Wasserschlauch...

Mitglied der Dorm-Family zu werden ist nicht geschenkt, es ist ein langer, steiniger Weg. Am Samstag hab ein einen kleinen Stufe genommen: man wird irgendwann ueberrascht und an allen Vieren gestreckt, um dann von seinen 19 Mitbewohnern mit voller Wucht in den Allerwertesten getreten zu werden (nein, es ist nicht einfach am naechsten morgen im Kurs zu sitzen)...

Tuesday, June 19, 2007

IIMA - gut eingelebt

Ich bin jetzt seit zehn Tagen am Indian Institute of Management in Ahmedabad wo ich für eine Term studieren werde. Ich hab mich gut eingelebt, was aber wirklich nicht schwierig war. Ich bin - wie die anderen acht Austauschstudenten auch - herzlichst empfangen worden und die Einrichtungen sind der Hammer! Wir sind die einzigen Ausländer auf dem ganzen Campus und fallen daher auch entsprechend auf. Das tolle ist, dass innerhalb von 24h jeder meiner 200 Kommilitonen meinen Namen kannte - das Problem: ich kenne die 200 Namen noch nicht alle! Was die Sache nicht einfacher macht ist, dass jeder zwei Namen hat: einen echten und einen Dorm-Name. Das Dorm-Leben ist eh ein echtes Highlight, dass ich aus Deutschland so nicht kenne. Hier wohnen einfach 20 Leute unter einem Dach und der Dorm wird zur Ersatzfamilie. Sehr spaßig ist die Rivalität zwischen den Dorms mit geheimen Namen und allerlei mehr.

Den Campus kann man sich bisschen wie einen wunderschönen Campingplatz mit Bungalows vorstellen. Wir haben Palmen, schicke Unterkünfte und von Fußball bis Kricket, von Tennis bis Bachvolleyball, von Billard bis klimatisiertem Fitnessstudio ist alles da was man sich wünschen kann. Alles? Nicht ganz, wir vermissen einen Pool! Es ist doch recht warm und bei 43 Grad würde man gerne mal auch was anderes als eine heiße Dusche - kaltes Wasser gibt's nur im Kühlschrank - haben. Aber das ist ja kein Ponnyhof hier! Ist aber nicht so schlimm, da man hier eh keine Freizeit hat. Man ist den ganzen Tag in (klimatisierten) Klassenräumen und der (klimatisierten) Bib - in den restlichen fünf Stunden kann man schlafen, skypen oder Sport machen. Ich hab alles schon mal ausprobiert, sollte aber mehr von ersterem machen...

Das hier die besten Leute Indiens studieren merkt man recht schnell - viele haben für schon Microsoft gearbeitet oder bald einen Job bei Goldman Sachs in New York. Schön ist dennoch, dass wir für unseren - eher bescheidenen - Input dennoch sehr geschätzt werden. Aber das ist wohl einfach die Höflichkeit.

Dass das hier eine BusinessSchool ist, ist auch nicht zu übersehen, man merkt es überall. Von der Ausrichtung im Kursinhalt bis zum Namen der Cafeteria, denn die heißt "Cafe Tanstaafl". Tanstaafl? There Aint No Such Thing As A Free Lunch! Alle Ökonomen unter Euch dürfen sich jetzt über die dreifache Mehrdeutigkeit freuen!

Viel Arbeit aber eine super Zeit - so könnte man meinen Start hier sehr treffend formulieren. ..

Saturday, June 9, 2007

Delhi

Nachdem ich auf meinem Weg nach Shimla kurz in Delhi Halt gemacht, aber eigentlich nicht mehr als die Warteschlangen im Bahnhof kennengelernt hatte, konnte ich das in den letzten Tagen nachholen. Alle raten einem zur Zeit von Delhi wegen der Hitze ab. Da Ahmedabad aber genauso heiss ist, hab ich dennoch ein bisschen Sightseeing gemacht - so zu sagen, um mich daran zu gewoehnen. Die Stadt ist regelrecht geteilt: nicht nur vom Namen her, sondern es sind fast zwei Welten. Alt Delhi, der hektische, arme Teil mit Haendlern und Strassenverkaeufern und Neu Delhi mit Hochhaeusern, Einkaufshallen und Mc Donalds.

Zur Zeit werden in Indien dauernd neue Hitzerekorde gemeldet und jeder raet einem nur falls noetig mittags auf die Strasse zu gehen. Das hat mir meine Tage auch etwas verkuerzt und ich hab unter dem Ventilator auf der Dachterasse gelesen. Die "must"s hab ich aber gesehen und auch ein paar Bilder davon gemacht.

Tuesday, June 5, 2007

Ramnagar

Nach einigem Bus-Hoppping bin ich in Ramnagar angekommen, einem Dorf Nahe eines Eingangs zum Corbette Tiger Reserve. Es war ein harter Kampf bis ich die Erlaubnis hatte an einer Tour in den Park teilzunehmen. Abends haben sie mich auf morgens 6 Uhr vertrostet, um 6 Uhr dann auf 8 Uhr und dann auf 12:30 Uhr. Aber ich hab`s tatsaechlich geschafft - zwar nicht auf dem Ruecken eines Elefanten, aber mit einem Allradfahrzeug. Waren 7h in atmemberaubender Landschaft unterwegs, ich dachte immer so saehe es nur in der Sawanne Afrikas aus. Vom Tiger (k)eine Spur - aber verschiedene Affenarten, eine Art von Anthilopen und Elefanten! Wahnsinn, wir waren bis auf wenige Meter an dran, die haben die Ruhe weg. Sehr beeindruckend! Auch beeindrucken ist der Mosquito-Schutz den ich benuetze: ich bin ohne einen einzigen Stich aus dem Park rausgekommen!

Saturday, June 2, 2007

Rishikesh

... nennt sich selbst ganz bescheiden "Yoga-Welthauptstadt". Inder geizen zwar selten mit Superlativen, aber das koennte hier schon stimmen. Die ganze Stadt ist voll mit Ashrams und ueberall wird Yoga praktiziert und zelebriert ( u.a. von haengengebliebenen Aerztesoehnen). Babas - der Begriff beinhaltet alles von edlem Geistlichen bis zum gewieften Geschaeftsmann - immer lustig bemalt, mal mit Stock und mal mit Schlange bewaffnet, versuchen an Dein Geld zu kommen. In der Regel sehr lustig! Die Stadt liegt am Ganges und ist eine der heiligsten fuer Hindus, weshalb schaarenweise gefuehrte Pilgergruppen durch die Stadt ziehen. Wenn`s teuer war, dann alle Teilnehmer auch gerne mit der gleichen Schildmuetze uniformiert.

Ich hab eine Unterkunft, die bisschen ausserhalb der Stadt liegt und kann von meinem Zimmer aus den Ganges sehen. Der Fluss ist hier sogar noch relativ sauber, was wohl daran liegt, dass Rishikesh recht nahe an der Quelle liegt und deshalb noch nicht so viel Leichenasche reingeworfen wurde.

Die Stadt liegt auf beiden Seiten des Flusses und ist durch zwei Haengebruecken verbunden. Die sind eigentlich nur fuer Fussgaenger, was aber nicht immer von allen beachtet wird. Die total ueberfuellten Bruecken, vielleicht 2m breit, werden zusaetzlich von Motoraedern und Kuehen, die gerne mal die andere Seite sehen wollen, verstoppft - als ob die Dinger nicht durch das Wakeln alleine schon genug nervenaufreibend waeren. Das eigentliche Problem aber sind die Affen, die den Leuten (leichte Beute, da sich keiner bewegen kann) die Sachen klauen. Die Opfer koennen dann zuschauen wie die Tasche pluendert wird und alles was nicht essenbar ist nach und nach in den Ganges wandert. Solange es nicht die eigenen Sachen sind... aeuserst amuesant!

Wednesday, May 30, 2007

Chamba-Valley

Ich war die letzten Tage im Chamba-Tal und hab mich ein bisschen in der Wildnis herumgetrieben. War mit einem Englaender, einer Tuerkin und einem Inder - den wohl einzigen Auslaendern im ganzen Tal - in einem Naturschutzgebiet, in dem noch wilde Baeren leben. Nachdem man uns versichert hatte, dass Schwarzbaeren nie Menschen attakieren, sind wir zu einem 8h-Trek aufgebrochen und haben uns auf dem Weg Richtung Gipfel vorangekaempft. Wir haben allerlei Affen gesehen, sogar richtig grosse, nicht nur die kleinen, die man hier in jedem Dorf sitzen sieht. Ausserdem haben wir vor einem Bueffel fluechten muessen, der seine Herde verteidigen wollte - soll heissen, wir haben alle die Boeschung hinabspringen muessen. Baeren haben wir jedoch keine gesehen - vielleicht aber auch gut so! Denn als wir gegen Abend wieder in das Dorf gekommen sind, haben die Leute die Haende ueber dem Kopf zusammen geschlagen und konnten es nicht fassen, dass wir den ganzen Tag allein im Wald herumgelaufen sind. Die Baeren sind doch nicht so ungefaehrlich und ausserdem hat es anscheinend auch Leoparden. Naja, wem man glauben soll ist uns nicht klar geworden. Auf jeden Fall haben wir keinen Baeren gesehen - sind aber auch nicht gefressen worden. Keine echte win-win-Situation, denn der Baer ist wahrscheinlich hungrig eingeschlafen...

Friday, May 25, 2007

Mcleod Ganj

Ich konnte mich loseisen und hab das Tal gewechselt. Damit ist der Beweis erbracht, dass nicht jeder zwangslaeufig in Indien haengen bleiben muss - aber abwarten was noch kommt. Habe Vasisht sehr genossen und hatte eine wirklich entspannte Zeit, moechte jedoch noch einiges sehen bevor ich mich in der Bib vergraben muss...

Bin vorgestern morgens in Mcleod Ganj angekommen und hab` in der Nacht gedacht ich brech` mich das Genick. Wer mich kennt weiss, dass ich immer und ueberall schlafen kann - auch in einem Bus der ueber Schlagloecher jagt. Wenn man aber dann nur immer wieder unsanft aufwacht, weil der Kopf an die Decke schlaegt, kann man nicht von einer uebermaessig erholsamen Nacht sprechen. Aber wenn der Bus ankommt, dann darf man nicht klagen - das hab ich hier gelernt!

Mcleod Ganj ist der Sitz der tibetanischen Exilregierung und damit auch der Wohnort des Lalai Lama. Das Dorf ist wenig indisch, es ist fast schon eine tibetanische Enklave. Es hat unzaehlige Moenche, die in verschiedenen Kloestern leben, aber auch jede Menge "normale" Fluechtlinge aus Tibet. Die Anlagen sind beeindruckend und das Museum ist sehr beweged. Auch wenn man die Geschichte des tibetanischen Volkes kennt, muss man mit den Traenen kaempfen. Ein sehr bewegender Ort! Zumal ich heute morgen frueh aufgestanden bin und an einer Zeremonie mit dem Dalai Lama teilgenommen habe - fuer viele Menschen in Tibet ein Lebenstraum.

Ein grosser Spass war es, als ich zu einem Wasserfall gewandert bin und dort Moenche gebadet haben. Die hatten unter Ihren Gewaendern die Adidas-Shorts an und haben sich aufgefuehrt wie kleine Kinder. Zu witzig, sie haben sich gegeseitig reingeworfen und andere Moenche (die auch nicht schwimmen konnten) ins tiefe Wasser gedrueckt. Sehr spassig zum Zuschauen!

Landschaftlich ist die Gegend eh der Hammer. Das Dorf liegt auf ca 1700m und hat ein angenehmes Klima. Tagsueber knappe 30 Grad und Sonne, nachts angenehm kalt, die Haenge sind fruchtbar gruen (natuerlich mit Affen in den Baeumen) und dahinter tronen die gewaltigen Berge des Himalaya. Hab schon ein paar Wanderungen unternommen und Kloester und Bergdoerfer besichtig. Mal wieder ein sehr schoener Fleck Erde hier!

(Tourist und ich am Wasserfall)



Monday, May 21, 2007

Vashisht

Ich bin wieder 10h weitergereist und gerade in einem Dorf bei Manali. Hatte einen heissen Ritt ueber Pisten mit Schlagloechern, wobei ich am Anfang nicht sicher war, ob ich vielleicht doch lieber eine Brechtuete (die es gratis am Busbahnhof gab) mitnehmen haette sollen. Mit halsbrecherischem Tempo jagte der Bus durch die Berge und ueberholte einfach auf gut Glueck. Ich bin aber gut angekommen und hab einen 4km-Marsch in das Dorf Vashisht angetreten. War etwas fertig als ich oben angekommen bin und hab mir die erstbeste Unterkunft andrehen lassen. Sah nicht so schlecht aus und kostete nur 100Rs (ca. 1,80Euro) pro Nacht. Leider hat sich spaeter herausgestellt, dass das Bett keine Matratze hatte, sondern nur ein Brett mit einem Tuch darauf und die heisse Dusche nur ein Eimer mit kaltem Wasser war... Ich hab die Unterkunft gewechselt und wohne jetzt mit traumhaftem Blick ins Tal, mit Matratze und warmem Wasser fuer 100Rs.

Warum so viele Menschen in Indien "haengenbleiben" hab ich hier zu verstehen gelernt. Man geniesst einfach in einem Dorf mitten zwischen Kuhstaellen und kostenlosen heissen Quellen auf dem Dorfplatz ein entspanntes Leben. Die Kioske sind so gut ausgestattet, dass es an fast nichts fehlt und viel Geld muss man fuer nichts ausgeben. Basti und Lilli sind schon ueber eine Woche hier und haben schon ein eigenes Haus mit einer prima internationalen "Ersatzfamilie". Ringsherum ist das hoechste Gebirge der Welt, im Tal fliesst ein reissender Strom und in der Sonne hat es angenehme 23 Grad... Hier kann man`s aushalten!